Wenn alles zu viel wird – Hilfe bei akuten Krisen
- Sarah Zelmanovics

- 30. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Sanfte Selbstberuhigung und alltagstaugliche Impulse für herausfordernde Momente.
Es gibt Momente im Leben, in denen sich alles gleichzeitig anfühlt: zu laut, zu schnell, zu nah. Gedanken kreisen, der Körper steht unter Spannung, und es fehlt das Gefühl von Halt.
Akute Krisen sind individuell – und oft überwältigend. Gerade dann können kleine, alltagstaugliche Impulse helfen. In diesem Beitrag findest du außerdem zwei Sammelkarten mit einfachen Übungen, die dich dabei unterstützen können, wieder etwas mehr Boden unter den Füßen zu spüren.

Hinweis: Die Impulse in diesem Beitrag beziehen sich auf psychische akute Krisen. Bei Anzeichen einer lebensbedrohlichen körperlichen Situation (z. B. starke Brustschmerzen, Atemnot, Lähmungen) wende dich bitte sofort an den Rettungsdienst oder ein Krankenhaus.
📞 Notruf Europaweit: 112 📞 Rettung Österreich: 144
Sanfte Impulse bei akuten psychischen Krisen
Die Übung „Liegende Acht“
Diese einfache Übung kann helfen, beide Gehirnhälften zu verbinden und das Nervensystem zu beruhigen. Zeichne eine liegende Acht (∞) langsam mit den Augen, dem Finger oder dem Fuß nach. Folge der Bewegung bewusst, ohne Eile. Viele Menschen erleben dabei ein Gefühl von mehr innerer Ordnung und Ruhe.

Atem & Orientierung
Atme bewusst langsam aus – länger als du einatmest. Orientiere dich im Hier und Jetzt, indem du innerlich benennst:
fünf Dinge, die du sehen kannst
vier Dinge, die du spürst
drei Geräusche
zwei Gerüche
einen Geschmack

Verbindung suchen
Akute Krisen wollen nicht allein getragen werden. Wenn es möglich ist, sprich mit einem Menschen deines Vertrauens – Familie, Freund:innen oder anderen nahestehenden Personen. Schon das Aussprechen dessen, was gerade da ist, kann entlastend wirken.
Und wenn du gerade niemanden hast oder dich nicht traust, dich im Umfeld zu melden:
Du darfst dir professionelle Unterstützung holen.
Manche Situationen brauchen einen geschützten Raum, in dem alles da sein darf – ohne bewertet oder relativiert zu werden. Akute Krisen sind kein Zeichen von Schwäche. Sie zeigen, dass etwas in dir gerade sehr viel Aufmerksamkeit und Mitgefühl braucht.
Weitere sanfte Impulse zur Selbstberuhigung
Körperkontakt mit dir selbst: Eine Hand auf der Brust oder am Bauch kann Halt geben.
Rhythmus & Wiederholung: Gleichmäßiges Schaukeln, Gehen oder ruhige Musik helfen dem Körper, sich zu regulieren.
Temperaturreize: Ein warmes Getränk oder kühles Wasser über die Handgelenke kann stabilisierend wirken.
Worte der Sicherheit: Ein leiser innerer Satz wie „Ich bin jetzt hier und es ist okay“ kann viel bewirken.
Selbstberuhigung ist nichts, das man „perfekt können“ muss. Sie darf sich entwickeln – in deinem Tempo, auf deine Weise. Und manchmal braucht es dabei Begleitung. Auch das ist vollkommen in Ordnung.
Wenn du merkst, dass dich akute Krisen gerade viel Kraft kosten oder du dir Begleitung wünschst, darfst du dich gerne melden. In einem geschützten Rahmen ist Raum für alles, was gerade da ist – in deinem Tempo, ohne Druck.
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