Psychische Hilfe in Österreich: Beratung, Therapie oder Psychiatrie?
- Sarah Zelmanovics

- 31. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 7. Feb.
Dieser Beitrag zeigt verständlich auf, wer in Österreich wofür zuständig ist, welche Unterschiede es gibt – und warum du keine Diagnose brauchst, um dir Unterstützung holen zu dürfen.
Hilfe darf früher beginnen – und sie darf sich sicher, klar und passend anfühlen. Wenn es uns seelisch nicht gut geht, ist oft nicht nur die Belastung selbst herausfordernd – sondern auch die Frage: An wen wende ich mich jetzt?
Psychologische Beratung, Psychotherapie, klinische Psychologie oder Psychiatrie – die Begriffe klingen ähnlich, bedeuten aber Unterschiedliches. Kein Wunder, dass viele Menschen verunsichert sind.
Wer darf was? Psychologische Berufe einfach erklärt:

Illustrationen: KI-generiert mit ChatGPT (OpenAI), 2026
Psychologische Berater:innen
Psychologische Berater:innen arbeiten sowohl in Akutsituationen als auch präventiv, um Stabilität zu fördern und einer Verschärfung von Problemen vorzubeugen.
Typische Themen sind:
akute Überforderung, emotionale Krisen
Stress, Erschöpfung & beginnendes Burnout
belastende Lebensereignisse (Trennungen, Verluste, Umbrüche)
Beziehungs-, Familien- und Alltagsthemen
Selbstwert, Abgrenzung & innere Stabilisierung
Psychologische Berater:innen nutzen Arbeitsweisen und Grundhaltungen, die inhaltliche Überschneidungen mit psychotherapeutischen Ansätzen aufweisen können, beispielsweise:
Gesprächsführung & Beziehungsarbeit
systemische Perspektiven
Ressourcen- und stabilisierungsorientierte Methoden
👉 Mein besonderer Schwerpunkt - hier setze ich gezielt an:
Innerhalb der psychologischen Beratung habe ich mich spezialisiert auf eine traumasensible Haltung sowie auf die Arbeit mit Stress- und Nervensystemregulation. Dieser Schwerpunkt geht über allgemeine Beratungsansätze hinaus und richtet den Fokus besonders auf:
Sicherheit, Selbstbestimmung und behutsame Stabilisierung
das Verständnis körperlicher und emotionaler Reaktionen auf Stress und Belastung
Die traumasensible Arbeit mit dem Nervensystem bildet den zentralen Rahmen meiner Begleitung und prägt meine Haltung, Methodenauswahl und das Tempo der gemeinsamen Arbeit. Zu mir kommen Menschen in akuten Belastungssituationen, aber auch präventiv, wenn sie sich selbst besser verstehen, frühzeitig Unterstützung suchen oder ihre innere Stabilität stärken möchten – auch dann, wenn (noch) keine Diagnose vorliegt.
Wichtig zu wissen:
Psychologische Berater:innen stellen keine psychiatrischen Diagnosen.
Sie behandeln keine psychischen Erkrankungen, sondern begleiten bei seelischen Belastungen.
Der Fokus liegt auf Ressourcen, Orientierung, Stabilisierung und Prävention.
Geeignet für Menschen, die sich eine professionelle, zugewandte und traumasensible Begleitung wünschen – in herausfordernden Lebensphasen oder zur Vorsorge.
Klinische Psycholog:innen
Klinische Psycholog:innen sind spezialisiert auf:
Diagnostik psychischer Erkrankungen
Psychologische Testverfahren, Gutachten
Klinisch-psychologische Behandlung (je nach Setting)
Wichtig zu wissen:
Sie dürfen Diagnosen stellen.
Sie verschreiben keine Medikamente.
Behandlung ist oft zeitlich klar strukturiert.
Besonders wichtig, wenn eine Abklärung oder Diagnose notwendig ist.
Psychotherapeut:innen
Psychotherapeut:innen behandeln psychische Erkrankungen mit anerkannten therapeutischen Methoden (z. B. Verhaltenstherapie, systemische Therapie, Tiefenpsychologie).
Wichtig zu wissen:
Sie dürfen Diagnosen stellen.
Sie arbeiten therapeutisch über längere Zeiträume.
Sie verschreiben keine Medikamente.
Die richtige Anlaufstelle, wenn eine psychische Erkrankung therapeutisch behandelt werden soll.
Psychiater:innen
Psychiater:innen sind Ärzt:innen mit Facharztausbildung für Psychiatrie.
Sie sind zuständig für:
Medizinische Abklärung psychischer Erkrankungen
Verschreibung und Einstellung von Medikamenten
Ärztliche Begleitung bei schweren oder komplexen Krankheitsbildern
Wichtig zu wissen:
Sie dürfen Medikamente verschreiben.
Psychotherapie ist nicht immer Teil der Behandlung.
Oft arbeiten sie eng mit Psychotherapeut:innen, Psycholog:innen oder psychologischen Berater:innen zusammen.
Wichtig, wenn medikamentöse Unterstützung nötig ist.
Und das Wichtigste zum Schluss
Alle diese Berufsgruppen haben ihre eigene, wertvolle Rolle. Manchmal ist eine Person ausreichend, manchmal braucht es ein Zusammenspiel mehrerer Fachrichtungen.
Du darfst dir Hilfe holen – ohne Diagnose, ohne „schlimm genug zu sein“.
Der richtige Zeitpunkt ist immer dann, wenn du merkst:
Alleine geht es gerade nicht gut.


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